Hündin Emma – zufällig eine Namensvetterin von unserer Katzendame Emma

Kategorie: Aktuelles

Ihre Geschichte ist traurig. Ihre Geschichte stimmt nachdenklich. Und sie macht auch wütend. Emma ist erst zwei Jahre alt und musste in ihrem Leben bereits so viel über sich ergehen lassen, dass ihr Leiden sichtbare Spuren in ihrem zarten Wesen hinterlassen hat. Emma ist ein Mischling aus einem tschechischen Wolfshund und vermutlich einem Schäferhund. Sie wurde aus einer Zucht aus Deutschland an einen gerade mal volljährigen Jugendlichen in die Schweiz verkauft. Dort verbrachte sie knappe zwei Wochen. Bereits in dieser kurzen Zeit wurde sie vernachlässigt und mit grosser Wahrscheinlichkeit auch nicht artgerecht gehalten und liebevoll behandelt. Als man sie dort doch nicht mehr wollte, wurde sie an Bekannte weitergegeben, wo sie weitere sechs Wochen in einem äusserst fragwürdigen Umfeld verbringen musste. Weil sie auch dort im Grunde unerwünscht war – die erste Person sie aber auf keinen Fall zurücknehmen wollte – wurde sie in unsere Obhut übergeben.

Emma befindet sich gerade auf unserer Pflegestelle und ihr geht es psychisch alles andere als gut. Der andauernde Stress, das hin- und hergeschoben werden, fehlende Liebe, mangelnde Fürsorge und Zuwendung, schlechte Haltung und Vernachlässigung haben ihre junge Seele ganz schön in Mitleidenschaft gezogen. Am ersten Tag in unserer Obhut hat sie sich ununterbrochen übergeben. Sie verweigert seither das meiste Essen, will sich nur in eine Ecke verkriechen und hat fast keine Kraft und Energie sich zu bewegen. Ihre depressive Stimmung ist besorgniserregend und wir geben unser Bestes, dieser äusserst liebevollen und freundlichen Hündin wieder Lebensmut einzuflössen. In der Hoffnung, dass sie sich nicht aufgibt und wir ihr mit Hilfe von Geduld und Fürsorge bald wieder etwas Leben in ihre schönen Augen zaubern können.

Die Geschichte von Emma ist leider kein Einzelfall. Es gibt viele junge Menschen, die verantwortungsvoll sind, einen artgerechten Umgang mit Tieren kennen und bei Bedarf auch auf ein gutes familiäres Netzwerk bei Schwierigkeiten zurückgreifen können. Doch bei solchen und ähnlichen Geschichten wird auch immer wieder deutlich, dass mit der Volljährigkeit einer Person nicht unbedingt auch immer gleich Verantwortungsgefühl und das Bereitsein sich um ein anderes Lebewesen zu kümmern daherkommt. Und es ist immer wieder erschreckend wie einfach es ist sich Tiere anzuschaffen, wie sorglos mit ihnen umgegangen wird, sobald klar wird, dass mit ihnen auch Verpflichtungen daherkommen und wie gleichgültig die Entscheidung fällt es wieder loszuwerden. Die Konsequenzen tragen dann die Tiere. So wie Emma, die erst seit zwei Jahren auf dieser Erde ist und bereits so viel negative Erfahrungen durchleben musste, dass sie der Leidensdruck an einen kritischen Punkt zwingt, wo sie darum kämpfen muss wieder einen Lebenswillen zu finden, anstatt sich mit Artgenossen auf der Wiese auszutoben.

Da Emma in diesem Zustand noch nicht vermittelbar ist und es wahrscheinlich noch eine ganze Weile dauern wird, bis sie sich vollständig erholt hat um sie an ein neues Zuhause zu platzieren, suchen wir Patinnen und Paten für sie, die sie gerne in ihrer Erholungsphase und auf ihrem Weg in ein neues Leben unterstützen möchten. Wer Interesse hat kann gerne direkt unser Team kontaktieren. Per Mail unter info@tierschutzbund.ch oder per Telephon unter der Nummer 061 421 92 74.